Häufige Fragen und Antworten



Hier werden Fragen, die in den vergangenen Jahren von verschiedenen Ratsuchenden gestellt wurden, und die exemplarischen Antworten dargestellt. Weitere Fragen können Sie jederzeit per E-Mail an uns richten.

F: Gibt es einheitliche Regeln für Hobbyturniere?
A: Nein, die Regeln werden von den jeweiligen Veranstaltern festgelegt. Im Groben orientieren sich die meisten an den Regeln des DRTV. Aber in Puncto Anzahl der Zieher, evtl. Gewichtsbeschränkungen, Auswechselzieher, Schuhwerk und die Zulassung von Aktiven des Verbandes gibt es große Unterschiede. Details sind bei den Veranstaltern zu erfragen.


F: Welche Taue benutzt man zum Ziehen und wo kann man sie kaufen oder leihen?
A: Wir verwenden im Tauziehsport Seile vorrangig aus den Materialien Manila (Abakafaser), Hanf oder Sisal. Aber auch Kunstoffseile sind möglich. Laut Wettkampfordnung darf der Umfang nicht weniger als 100mm und nicht mehr als 125mm betragen. Als Länge sind mindestens 33,5m vorgeschrieben. Über die Länge kann man im Hobbybereich diskutieren. Es kommt drauf an wie viele Leute ziehen wollen, im Seniorenbereich ziehen pro Mannschaft acht Menschen, mit ca. 10m zwischen den beiden Teams, sind die 33,5m nicht übertrieben lang. Die Umfangsvorschrift hat sich als recht praktikabel erwiesen. Zu dünne Seile sind zu anstrengend für die Hände, zu dick ist auch nicht optimal, da man keinen sicheren Griff hat. Als Bezugsquelle findet man im Internet mehrere Möglichkeiten in unterschiedlichen Längen und Preisen. Aber auch ein Blick in die gelben Seiten nach einer Seilerei kann helfen. Evtl. kann man sich bei einem Tauziehverein in der Nähe ein Seil ausleihen.


F: Sind Handschuhe erlaubt?
F: Zur Verbesserung des Griffs sind offiziell als Hilfmittel nur Klebstoffe wie z.B. Baumharz erlaubt (das lässt sich hautschonend prima wieder mit Speiseöl oder Fett entfernen). Handschuhe sind im offiziellen Wettkampfbetrieb nicht erlaubt. Beim trainieren kann man auf das Harz auch verzichten. Im Wettkampf kann man mit Harz länger ziehen, da dies die Hände entlastet, welche typischerweise die größte Schwachstelle sind.


F: Gab es schon Unfälle beim Ziehen und wie kann man sie vermeiden?
A: Durch die Medien gingen schon spektakuläre und schlimme Unfälle, allerdings meist bei so genannten Massentauziehen im Zuge von Rekordversuchen. Der letzte 'große' Unfall geschah vor einigen Jahren. Bei einem Pfandfindertreffen ließ man mehrere hundert Kinder an einen normalen Gerüstseil ziehen und als dieses durch die Überlastung riss gab es einen Toten und mehrere Verletzte. Mit den Wettkampfseilen sind im normalen Sportbetrieb mit 16 Ziehern solche Unfälle nicht möglich, da diese für eine vielfache Belastung geeignet sind. Die Verletzungsgefahr ist im Normalfall sehr gering. Es gibt keinen direkten Körperkontakt zwischen den Mannschaften. Eine Zerrung oder ein blauer Fleck lässt sich nicht ausschließen. An den Händen kann die Haut etwas gereizt sein oder es bilden sich Blasen. Sofern konsequent auf eine ordentliche Haltung im Training geachtet wird sind auch Probleme in Rückenbereich gut zu vermeiden. Einen ordentlichen Muskelkater gibt es zu Beginn auf jeden Fall, da doch sehr viele Muskeln von den Füßen bis hoch zum Nacken beansprucht werden, die sonst nicht so stark beansprucht werden. Deshalb ist ordentliches Aufwärmen und Dehnen ganz wichtig. Man sollte am Anfang auch darauf achten, das man sich nicht gleich verausgabt sondern langsam beginnen. Sonst ist nach zehn Minuten alles vorbei, weil alle total über säuert sind. Um einfache Unfälle wie zum Beispiel hinfallen nach hinten zu vermeiden muss man den Ziehen einschärfen, das plötzliches Loslassen des Seil zu vermeiden ist.


F: Wie verteilt man große, kleine, leichte und schwere Zieher am Seil?
A: Die Reihenfolge der Zieher ist grundsätzlich so, dass die kleinen leichten vorne und die großen schweren hinten am Seil stehen. Der Schlussmann, auch Anker genannt, ist meist der schwerste (nicht umsonst heißt es Anker). Dass hat auch oft den Hintergrund das dieser auf Grund seines Gewichtes in einer Zwischenposition eher Probleme hat sich am Seil zu halten. Der Ankermann darf das Seil anders führen als seine Vorderleute und kann so die Kräfte besser auf seinen gesamten Körper verteilen. Kommt es zu einem Kampf gegen eine relativ gleichstarke Mannschaft und somit zu einem langen Zug, dann ist oft die Tendenz auf den Boden abzusitzen sehr groß. Da dieser Druck nach unten meist von der anderen Seite kommt (vorausgesetzt die eigene Mannschaft ist auf dem Weg nach hinten und der Gegner versucht durch absitzen zu blocken), ist es eben sinnvoll das eher die Leichten und Kleineren Zieher vorne stehen, da diese meist damit besser zu recht kommen, bzw. wenn dieser Druck nachlässt kommen die kleineren Zieher meist schneller wieder in eine gute Zug Position. Wie immer im Leben ist gibt es keine universelle Lösung und wenn es allen Beteiligten am Seil gut geht dann habt ihr die richtige Reihenfolge.


F: Welche Taktik ist für den Raumgewinn optimal? Ist es sinnvoll das Seil durch zureichen?
A: Das Seil durchreichen ist nach der Wettkampfordnung des DRTV nicht erlaubt, es gibt Situationen in denen das Seil durchreichen Vorteile bringt, aber grundsätzlich ist das laufen mit dem Seil die effektivere Methode. Zu einem lässt sich so eher in einen gleichmäßigen Bewegungsablauf des gesamten Teams kommen (mit das wichtigste überhaupt) und zum anderen hat man in den Beinen die größere Dynamik und Bewegungsspielräume. Zieht man nur mit den Armen und greift um, dann verfällt man sehr schnell in ein Bewegen des ganzen Rückens, um einen großen Raumgewinn zu erzielen. Dies ist zu einem sehr ermüdend und gefährlich in zweierlei Hinsicht. Es macht verwundbar für einen Gegenangriff und es macht verwundbar im gesundheitlichen Sinn. Die beste Zug Position ist ein nach hinten gestreckter Oberkörper mit leicht angezogenen Armen, die Beine in der selben Flucht bzw. Schräge. Evtl. kann man im Beckenbereich leicht einknicken.


F: Ich wohne in einem kleinen Dorf, in dem am kommenden Wochenende erstmals ein Tauziehwettbewerb durchgeführt wird. Der Anlass ist ein Sommerfest, wo das Tauziehen als "Einlage" seinen Platz findet. Da ich Trainer eines Teams bin, wollte ich Sie fragen, ob Sie mir eventuelle ein paar Tricks und Tips sagen könnten, wie man am Besten tauzieht. Wenn Sie mir noch ein paar Taktiken erklären könnten, wie man den Gegner am besten überraschen kann, wäre ich Ihnen sehr dankbar!!
A: Das Überraschen des Gegners geschieht in erster Linie mit einem schnellen und impulsivem Start. Den Gegner beim Start erst fallenlassen und dann davon laufen, ist im offiziellen Tauziehsport verpönt (und auch verboten), zu einem funktioniert es maximal einmal, dann sind alle gewarnt und die Verletzungsgefahr ist einfach zu groß. Im Verlauf des Zuges ist die Husarentaktik eher gefährlich, da sie dem Gegner Tür und Tor für den Konter öffnet. Es kommt natürlich stark auf die Verfassung Ihrer Mannschaft an, ob Sie alles auf eine Karte sprich einen Angriff setzen oder eher eine defensive Taktik fahren, sich den Gegner austoben lassen (dagegenhalten muss man natürlich können) und dann 'locker' nach hinten laufen.


F: Wir (5 Männer) sind von Kollegen zu einem Tauziehwettkampf aufgefordert worden. Ehrgeizig wie wir sind, wollen wir natürlich diesen Wettkampf unter allen Umständen gewinnen. Da unser letztes Tauziehen im Kinderalter (vor ca. etwa 100 Jahren ;o) ) war, haben wir keine Ahnung auf was zu achten ist, wenn man die Gegner „über den Rasen ziehen“ will. Können Sie uns evtl. ein paar Tipps geben, auf was zu achten ist, wie man effektiv trainiert und evtl. den einen oder anderen „Trick“ verraten?
A: Hm, auf die Schnelle ein paar Tipps zum besten zu geben ist nicht ganz so einfach, da gibt es so viel zu beachten....

So wie ich es verstehe geht um einen einmaligen Wettkampf mit nur einem direkten Gegner, das heißt besondere Ausdauerleistung über mehrere Züge steht nicht unbedingt im Vordergrund.

Prinzipiell hat sich im Tauziehsport eine eher defensive Herangehensweise über die letzten Jahre heraus gebildet, d.h. das typische Hauruck das einem so in den Sinn kommt ist eher nicht angesagt. Das kommt daher, dass man sich dabei sehr schnell verausgabt und somit über ein ganzes Turnier am ende ins Hintertreffen kommen kann. Das heißt nach dem Beginn des Zuges versuchen die Mannschaften in eine optimale Zugposition zu kommen, ungefähr so wie hier zu sehen:

Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten, eine Mannschaft ist deutlich stärker und es kommt sofort zu einer Bewegung am Seil (wobei hier auf zupassen ist, denn zieht man den Gegner um nur wenige Zentimeter nach vorn, kann er evtl. in einem Konter zum Gegenschlag ausholen und selbst auf die Gewinnerstraße einbiegen) oder es bleibt erst einmal stehen und ein längeres abwarten kündigt sich an. In dieser Abwartephase ist trotzdem der Druck im Seil sehr hoch, allerdings ist es eher ein statischer Druck und man versucht den Gegner langsam aber sicher aus seiner optimalen Position zu bringen. Gelingt dies ist der Gegner in der Zwangslage entweder einen Schritt nach vorne zu machen oder aber er versucht durch einen Angriff (ausholen und sich nach hinten werfen) wieder Boden gut zu machen. Ein gut eingespieltes Team blockt den Angriff ab und setzt selbst zum Konter an, bei einer solchen Aktion können dann auch schon mal mehrere Schritte dem Gegner abgenommen werden und so versucht man langsam aber sicher nach hinten zu kommen. Ist der Gegner dann angeschlagen oder einfach stark unterlegen, kann man auch in einem kontinuierlichem Rückwärtsgang kommen. Hierbei ist ein gleichmäßiger Takt in der Mannschaft optimal.

Zum Training an sich: meistens ist der größte Schwachpunkt die Handkraft, so ein Zug kann bei ausgeglichenen Mannschaften mehrere Minuten dauern (der Weltrekord liegt bei über 45 Minuten, aber das nur am Rande...), d.h. gezieltes Training der Hände ist sehr wichtig, dann Beine, Arme und natürlich die Rücken- und Rumpfmuskulatur. Im Training sollte darauf geachtet werden, in einer guten Zugposition zu sein, mit gekrümmten Rücken zu ziehen kann für Verspannungen sorgen, die sehr schmerzhaft sein können. Im Wettkampf lässt sich das natürlich nicht vermeiden, aber gerade im Training sollte man darauf achten. Will man am Anfang zu viel, ist man ist sehr schnell verausgabt, ordentliches Aufwärmen ist unbedingt erforderlich, da man mehr oder weniger den ganzen Körper einsetzt (das merkt man spätestens am Muskelkater...).

Tricks gibt es so eigentlich keine, die für einen sicheren Erfolg sorgen (den Gegner erst mal fallen lassen und dann versuchen nach hinten zu laufen ist unsportlich und dem entsprechend verpönt, zu einem ist die Verletzungsgefahr groß und zum andern kommt man an ein entsprechendes Team, verliert man Ruckzuck. Am wichtigsten ist die mannschaftliche Geschlossenheit, die kommt nur durch entsprechendes Training.

Gut wie oben schon angemerkt, spielen einige der Dinge die ich beschrieben habe für einen einmaligen Schlagabtausch nicht so die große Rolle, aber das müsst ihr selbst heraus finden.










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